„Die Schau-mich-an-Architekturen, die teilweise grotesk designten Exemplare der ‚blob architecture‘ in den Stadträumen, megalomanische Riesen-Eier, schillernde Torpedo-Käfer, irreguläre Kuben oder Riesenmöbel, sind zu Agenten der Mobilisierung von Kapital und Konsumenten geworden. Auch weil sie konsequent populistisch sind, weil sie – ähnlich wie die Themenparks – jede Hierarchie zwischen Hochkultur und Populärkultur schleifen und eine Ästhetik der Konzerne und des Kommerziellen zum Standard erheben. Im monumentalen Maßstab, aber mit oft kindlich-niedlicher Formensprache erklären sie die Städte zu überdimensionierten Spielplätzen, zu spektakulären High-Tech-Arenen der Regression und Entmündigung, zu Teletubby-Land.“ aus: Tom Holert, Mark Terkessidis (Hg.), Fliehkraft. Gesellschaft in Bewegung – von Migranten und Touristen, Kiepenheuer & Witsch