Bulbul + Mona Matbou Riahi + Isabelle Duthoit
Spitzer im Odeon, Wien
Wenn Bulbul den 30. Geburtstag feiert, dann pilgert die vielköpfige Fangemeinde fast vollständig ins dafür eigentlich zu kleine Spitzer im Odeon, um zu gratulieren, sich zu amüsieren und zu applaudieren. Der visuelle Rahmen für das Jubiläumskonzert ist die Finissage von Heimo Wallners neuen, wie immer prägnanten und schonungslosen Bildern unter dem Titel endlich.
Wie schon im Broken Heart Collector (mit Susanna Gartmayer und Maja Osojnik) tritt die Band, die auf ihrer Homepage das Ende des Patriarchats einfordert, mit zwei Gästinnen auf, diesmal mit Mona Matbou Riahi (cl, voc, e) und Isabelle Duthoit (voc). Daraus resultiert eine offene Improvisation mit Drang vorwärts, etlichen Finessen und viel Gebrüll.
Im zweiten Set wieder zu dritt, stierln Raumschiff Engelmayer (er eroberte auch schon zur Vernissage mit Wallner im Duo Fugu die Bühne), derHunt und DD Kern ganz tief in der Schatzkiste und fördern Raritäten aus der Bulbul-Frühzeit aus, um sich schrittweise ihrer Gegenwart anzunähern – mittendrin mit Stücken aus den (nicht nur für mich) unsterblichen Alben #6 und Hirn fein hacken.
Ein Markenzeichen der Qualität von Bulbul: Alle geben immer alles. Immer. Und ja keine halben Sachen!. Alle drei verfügen auch über den nötigen Esprit für eine maximal unterhaltsame Bühnenpräsenz, die sie häufig mit aberwitzigen Vokaleinlagen garniert. Als unverhersehbare Zugabe kredenzen sie das Titellied aus ihrem Kinderstück Was ist lose. Es hilft eh nix und bleibt dabei: eine beste Band der Welt.
