FUGU
last note (LP)
Rock Is Hell

Heimo Wallner (voc, tp), Raumschiff Engelmayr (voc, g, keyb); Gäste: Bernhard Breuer (dr), Kasho Chualan (voc), Susanna Gartmayer (bcl), Lukas Lauermann (c), Mona Matbou Riahi (voc, cl), William C West (e)
In grauer freiStil-Vorzeit dokumentierte Heimo Wallner seine Japan-Tournee mit Raumschiff Engelmayr (Bulbul und die Folgen) in einer mehrteiligen Serie unter dem Titel Made in Japan höchst originell – wie es halt seine Art ist, als Musiker, als Zeichner, als Veranstalter, als Mensch. Jetzt ist eine neue Platte der beiden, die sich als Duo (nicht ganz unjapanisch) Fugu nennen, samt Gästen auf Jochen Summers wunderbarem Label Rock Is Hell erschienen. Ihr Plattenpräsentationskonzert im Rahmen des jährlichen Schnitzelfilms von Dieter Kovačič alias dieb13 im Wiener echoraum entfaltete die Größe und die Grazie von Fugu: Sprechgesang, Trompete, Gitarre, Keyboards, Arbeit und Anmut. Das bisweilen Dilettantische ist gerade das Charmante, weil viel Herzblut daraus tropft, etwa im Walse Triste, dem traurigen Walzer. Mit einer Ausnahme (Die Fliegen, Musik gewordene Lyrik) werden die Texte auf Englisch interpretiert. Wobei Engelmayr, neuerdings auch firm am Klavier und am Synthesizer, sich einmal mehr als fucking Genie outet. Mein Favorit auf Last Note hört auf den Namen Photoshopland und wurde von Heimos Bruder Martin Zrost arrangiert. Und den Titelsong siedelt Fugu zwischen den Polen Punkrock und Ohmnibus (unvergessen!) an. In Summe hören wir vielleicht etwas viel Message pro Zeiteinheit, in den besten Momenten übersetzt Wallner sie in blanke Poesie. Zu allem Überfluss hat er das Plattencover in verschiedenen Versionen gestaltet. Eine Augenweide! Bleibt zu hoffen, dass das nicht die letzte Note der beiden Hoffnungsträger gewesen sein wird.
felix