SWEDEK
m*l*k
generate and test / farmersmanual

Dieter Mattersdorfer (b), Wernfried Lackner (g, e), Helmut Kaplan (dr)
Ein mächtiger Bass hebt an, die Drums kreisen darum herum, die Gitarre prescht zunehmend vorwärts, alles kulminiert und fasert locker aus. Wir befinden uns im Eröffnungstrack von – den Nachnamen entsprechend – m*l*k mit dem nonchalanten Titel Small . Daran reiht sich eine Pearl im offenen Artrockstyling, die der Ur-Grazer Community Swedek auf ihrem zweiten, diesmal auch als On-demand-Tonträger bestens zu Gesicht steht. Eine Wall-of-Sound wird in Cream gemauert, die jedes Erdbeben unbeschadet überstehen wird. Man merkt schon, dass jeweils ein Wort für die Titelgebung völlig ausreicht. Der längst in Wien lebende, durch Elektronikmusik, Architektur und die Kinogestaltung und -programmierung der Breitenseer Lichtspiele profilierte Dieter Mattersdorfer, das seit Jahrzehnten umtriebige Multitalent Helmut Kaplan und der Elektronik-unterstützte Gitarrist Wernfried Lackner kultivieren einige der besten Musiken der 80er und 90er Jahre und filtern sie durch ihren subjektiven Trio-Apparat. Der Einfallsreichtum dieser Noiserock-Impro-Fantasien, die das Terzett mit ein bissel Industrial an Kraut garniert und im breitwandigen Colorless finalisiert, kann sich von vorne bis hinten mit Gewinn hören lassen. „Im Sommelier-Sprech“, schreibt der ebenfalls im besten Sinn routinierte Grazer Künstler und Kulturarbeiter Bernhard Wolf zur Musik von Swedek, „ein Blind Idiot God/Melvins/Branca-Cuvée mit leichten Noten von Sonic Youth und Maische.“ Der Mann weiß offenbar, wovon er spricht.
felix