{"id":14477,"date":"2025-08-02T18:19:37","date_gmt":"2025-08-02T16:19:37","guid":{"rendered":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/?p=14477"},"modified":"2025-08-04T14:00:35","modified_gmt":"2025-08-04T12:00:35","slug":"kontrastreiche-symbiose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/kontrastreiche-symbiose\/","title":{"rendered":"Kontrastreiche Symbiose"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"848\" height=\"828\" src=\"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/duende_120a-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14483\" srcset=\"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/duende_120a-1.jpeg 848w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/duende_120a-1-300x293.jpeg 300w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/duende_120a-1-768x750.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Duo <\/strong>Duende<strong> ist eine eigenwillige Kombination aus Schlagzeug und Harfe. Was schwierig vereinbar klingt, wird live zu einer wunderbaren Symbiose zwischen Folk, Jazz, Impro und pulsierenden Beats. Melis \u00c7om und Flurin M\u00fcck geben im Interview Auskunft \u00fcber ihre Vaneggio, das Suchen nach Kontrasten und \u00fcber Klangmanipulationen an der Harfe.<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Melis \u00c7om hat klassische Harfe studiert, stand bereits mit den M\u00fcnchner Symphonikern auf der B\u00fchne und hat u. a. auf der Biennale in Venedig und als Solistin in den Kammerspielen M\u00fcnchen konzertiert. Flurin M\u00fcck ist studierter Jazzschlagzeuger und u.a. schon in der Elbphilharmonie und auf der Jazzopen Stuttgart aufgetreten. Er ist festes Mitglied der Bands Dreiviertelblut, Hannah Weiss Group und dem Drum-Trio von Simon Popp. Die beiden bringen Einfl\u00fcsse mit aus der Klassik, der t\u00fcrkischen Volksmusik, im Jazz-sozialisierter elektronischer Musik und aus ihren Improvisationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Harfe wurde sp\u00e4testens mit Joanna Newsoms Album <em>Ys<\/em> von 2006 auch im popkulturellen Milieu sozialisiert. Das Instrument wird inzwischen nicht mehr nur im volkst\u00fcmlichen oder kammermusikalischen Kontext bzw. in der experimentellen Neuen Musik verortet. Das Duo Duende geht mit dem Instrument nochmal neue Wege und verbindet Schlagzeug und Percussion mit Harfe. Die Harfe wird bei ihnen live um wenige elektronische Effekte erweitert, die lautmalerisch eingesetzt werden. Gelegentlich werden T\u00f6ne gefreezed, oder es verdichtet sich im Hintergrund ein Loop.<\/p>\n\n\n\n<p>Von leisen, minimalen, fast fl\u00fcsternden T\u00f6nen \u00fcber t\u00fcrkische Melodien und klassische Elemente bis hin zur aktiven Unruhe und treibenden rockaffinen Patterns und Beats: Es ist erstaunlich, welche musikalische Bandbreite Melis \u00c7om und Flurin M\u00fcck abbilden und wie stimmig sie letztendlich ist. Diese Paarung hat auch eine unmerkliche Reibung in sich, die eine positive subtile Energie generiert. Hier entsteht tats\u00e4chlich eine neue, ganz eigene Klangwelt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie habt ihr zueinander gefunden? Wie ist die doch eher ungew\u00f6hnliche Kombinaton aus Harfe und Drums entstanden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir kannten uns schon vor Duende \u00fcber einen gemeinsamen Freund und teilen uns seit Mai 2023 einen Proberaum im FatCat im Gasteig M\u00fcnchen. Er ist voll mit Harfen, Drums und Mikrofonen. Da eh schon alles nebeneinander stand, haben wir angefangen, zusammen zu spielen, und fanden im anf\u00e4nglichen Chaos mehr und mehrstimmige Momente zwischen den beiden Instrumenten, um eine kleine Vaneggio (= Fantasie\/Spinnerei) zu kreieren. Unser erster Auftritt war an Melis&#8216; Konzertreihe <em>Harp O&#8216; Clock<\/em> in der one and only Cafe Bar Mona (R.I.P.). Es war sehr experimentell, und wir spielten da auch noch eigene Arrangements von Werken aus der Klassik und t\u00fcrkischer Volksmusik. Der eigentlich offizielle Startschuss f\u00fcr das Projekt war dann ein Auftritt bei der <em>Tiny Concert<\/em>-Reihe von Gerd Baumann im Humboldts M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Einf\u00fcsse fie\u00dfen in euren Sound ein? Was inspiriert euer Duo?<\/p>\n\n\n\n<p>Konkrete Einf\u00fcsse sind die Musik von Bugge Wesseltof, Moritz von Osvald Trio, Svaneborg Kardyb, John Cage. Beide von uns haben zudem Orchestervergangenheit, diese an der Klassik orienterte Klangvorstellung flie\u00dft auch mit ein. Neben dem H\u00f6ren anderer Musik kommt die Inspiration meist durch das gemeinsame Spielen im Proberaum und Improvisationen aufnehmen und anh\u00f6ren. Wir suchen Kontraste aus Flow, Spontanit\u00e4t, Klarheit und Chaos.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Melis, die Harfe ist zum Teil auch etwas elektronisch manipuliert. Welche Effekte nutzt du um welche Stimmungen zu verst\u00e4rken bzw. zu erreichen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Harfe ist so reich an Klangfarben. Aber nach dem Zupfen der Saite gibt es kaum M\u00f6glichkeiten, den Klang weiter zu manipulieren. Darum nutze ich eine Freezepedal, um den Klang zu verl\u00e4ngern und zu verbreitern und ab und zu ein Loopger\u00e4t mit eingebauten Effekten wie Phaser und Delay. So kommen zu den sieben Pedalen der Harfe noch ein paar Gitarrenpedale dazu. Oktopus-Style! Ich kann das Pedal nicht immer im exakt gleichen Moment nach dem Zupfen der Saite schlagen, wodurch der Freeze-Efekt auch jedes Mal etwas anders klingt und immer wieder f\u00fcr \u00dcberraschungen sorgt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wann ist mit einer Albumver\u00f6fentlichung zu rechnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen Oktober und November diesen Jahres.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist es schwierig, in dieser Konstellation von Harfe\/Drums an Gigs zu kommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, wir passen beide mit Instrumenten in ein Auto, und jedes Mal finden wir eine bessere Kombination im Equipment-Puzzle. Beim Booking kriegen wir oft interessiertes Feedback, aber da wir als Duo noch sehr unbekannt sind, sind viele auch skeptisch, ob es live funktioniert. Wir sind ja auch eine sehr nischige Besetzung. Umso mehr freuen wir uns \u00fcber jede Publicity! Im Mai haben wir in Trondheim bei einer Konzertreihe gespielt, wo nur Duos eingeladen waren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie darf man den Namen Duende interpreteren? Als magischen H\u00f6hepunkt des Flamenco, im Sinne von \u201eBesessenheit, Hypnose und Enthusiasmus\u201c, oder steht der f\u00fcr die koboldartige Figur? Oder ganz anders?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort Duende kommt aus dem Flamenco, wir w\u00fcrden es so beschreiben: Beim Duende in der Musik geht es nicht so sehr um den Inhalt der Musik, sondern um die emotionale Intensit\u00e4t und Aufrichtigkeit, mit der sie beim Spielen und H\u00f6ren empfunden wird. So k\u00f6nnen ganz einfache Kl\u00e4nge mit viel Duende eine gro\u00dfe Wirkung entfalten. Bei gro\u00dfen Komponist:innen wie Ravel liegt Duende schon in der Kompositon. Im richtigen Moment kommt Duende in der Improvisation. &#8222;The duende is not in the throat: the duende surges up, inside, from the soles of the feet.&#8220; (Federico Garc\u00eda Lorca). Von der koboldartigen Figur haben wir erst an einem unserer Konzerte erfahren. Sebastian Horn von den Bananafishbones, die wir auf vier Konzerten im Kurhaus Bad T\u00f6lz und im M\u00fcnchner Volkstheater begleiten durften, hat es so interpretiert: Was der Tod dir sagt bevor er dich holt: \u201eDu, Ende!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Duo Duende ist eine eigenwillige Kombination aus Schlagzeug und Harfe. Was schwierig vereinbar klingt, wird live zu einer wunderbaren Symbiose zwischen Folk, Jazz, Impro und pulsierenden Beats. Melis \u00c7om und Flurin M\u00fcck geben im Interview Auskunft \u00fcber ihre Vaneggio, das Suchen nach Kontrasten und \u00fcber Klangmanipulationen an der Harfe. Melis \u00c7om hat klassische Harfe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":14483,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-14477","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-musiker_innen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14477"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14477\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14537,"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14477\/revisions\/14537"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14483"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}