{"id":15526,"date":"2026-04-26T13:31:35","date_gmt":"2026-04-26T11:31:35","guid":{"rendered":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/?p=15526"},"modified":"2026-04-26T13:33:06","modified_gmt":"2026-04-26T11:33:06","slug":"15526-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/15526-2\/","title":{"rendered":"The Piano In The Room And The Blues"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading alignwide\" id=\"we-re-a-studio-in-berlin-with-an-international-practice-in-architecture-urban-planning-and-interior-design-we-believe-in-sharing-knowledge-and-promoting-dialogue-to-increase-the-creative-potential-of-collaboration\" style=\"font-size:20px;line-height:1.1\"><span style=\"color: #9a3625;\">MIKE WESTBROOK<\/span><\/h2>\n\n\n\n<p><em>the piano in the room and the blues<\/em><br>AlAy<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"350\" src=\"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cover_cd_westbrook.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15527\" style=\"width:200px\" srcset=\"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cover_cd_westbrook.jpg 350w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cover_cd_westbrook-300x300.jpg 300w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cover_cd_westbrook-150x150.jpg 150w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/cover_cd_westbrook-64x64.jpg 64w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Gerade noch rechtzeitig zu Mike Westbrooks 90. Geburtstag erschienen unver\u00f6ffentlichte Aufnahmen aus 2006. Drei Wochen nach seinem Geburtstag verstarb er im Krankenhaus von Exeter. Mike Westbrook spielte damals solo im Falmouth Arts Centre. Zwei Tage lang sa\u00df er an einem Steinway-Fl\u00fcgel mitten in einer Ausstellung seiner Frau Kate Westbrook, umgeben von ihren Bildern. Falmouth ist eine lebendige Hafenstadt in Cornwall, immer wieder h\u00f6rt man auf der Aufnahme M\u00f6wengeschrei, dann wieder eine Turmuhr, hin und wieder auch die Besucherger\u00e4usche in der Galerie.<\/p>\n\n\n\n<p>Erschienen ist die vorliegende CD in der <em>Reference<\/em>-Reihe bei AlAy. Unter diesem Namen verstecken sich die ehemaligen Hat Hut Records von Werner X. Uehlinger, der sie im vergangenen Jahr an den Schweizer Musiker Marco von Orelli und die Kommunikationsspezialistin Melanie Imhof verkaufte. Zusammen mit seinem langj\u00e4hrigen Honorary Producer Bernhard &#8222;Benne&#8220; Vischer und dem eigentlichen Produzenten Martin Br\u00e4ndli betreibt der auch schon 90-j\u00e4hrige Uehlinger nun die AlAy AG, die sich allerdings verpflichten musste, bis 2028 keine Aufnahmen von lebenden Komponisten und Musikern zu ver\u00f6ffentlichen, ausgenommen solche aus den Archiven der fr\u00fcheren Hat Hut Records. Ziemlich schr\u00e4g irgendwie. Bislang umfasst ihr Katalog drei Alben, Mitschnitte von Louis Armstrong, Albert Ayler und eben Mike Westbrook. Zynischerweise entspricht nun Westbrook den vertraglichen Vorgaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Westbrooks Aufnahmen fanden ohne eigentliches Publikum statt, letztlich in einem sehr intimen Setting. A man and his piano all alone, quasi. In seinem Spiel analysiert Westbrook den Blues in seinen vielen Facetten. Er beginnt mit vier Variationen eines achttaktigen Blues, <em>Carillon Blues<\/em>, die dem 1995 verstorbenen Kollegen Danilo Terenzi gewidmet sind, angelehnt bzw. inspiriert von Jimmy Yanceys <em>Death Letter Blues<\/em>. Im Prinzip erscheinen diese vier Variationen fast als klassische Sonate. Darauf folgen zwei Variationen eines zw\u00f6lftaktigen Blues, <em>Blues Changes<\/em>. Die n\u00e4chsten vier Nummern lehnen sich an Bessie Smiths <em>Good Old Wagon<\/em> (16-taktig) und <em>Young Woman&#8217;s Blues<\/em> (48-taktig) an. Den Abschluss bildet passenderweise <em>Sunday Morning<\/em> (no bar blues). Westbrook selbst meinte anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung dieser Aufnahmen, sie w\u00fcrden einen Wendepunkt in seinem musikalischen Denken darstellen. Er h\u00e4tte fast unendlich lange Zeit gehabt, sich mit dem Blues, seinen Wurzeln und seinen eigenen zu befassen, in einer Umgebung, die ihn in jeder Form inspirierte. F\u00fcr H\u00f6rer:innen ist es spannend, die einzelnen Variationen zu vergleichen und Westbrooks unterschiedliche Herangehensweisen an ein Thema zu verfolgen. Letztlich ist dieser Mitschnitt das Dokument einer musikalischen Entdeckungsreise mit offenem Ausgang; nicht zu vergleichen mit den in sich geschlossenen Alben wie <em>Starcross Bridge<\/em> (2018), <em>Paris<\/em> (2016) oder <em>Piano<\/em> (1978). Nachtr\u00e4glich m\u00f6chte man alles Gute w\u00fcnschen, w\u00e4re es nicht zu sp\u00e4t daf\u00fcr. Deshalb: R.I.P.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>susch<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MIKE WESTBROOK the piano in the room and the bluesAlAy Gerade noch rechtzeitig zu Mike Westbrooks 90. Geburtstag erschienen unver\u00f6ffentlichte Aufnahmen aus 2006. Drei Wochen nach seinem Geburtstag verstarb er im Krankenhaus von Exeter. Mike Westbrook spielte damals solo im Falmouth Arts Centre. 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