{"id":53,"date":"2025-07-11T15:51:51","date_gmt":"2025-07-11T13:51:51","guid":{"rendered":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/?p=53"},"modified":"2025-08-04T13:52:08","modified_gmt":"2025-08-04T11:52:08","slug":"vom-dorf-in-die-disco","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/vom-dorf-in-die-disco\/","title":{"rendered":"Vom Dorf in die Disco"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Jahr j\u00fcnger als freiStil, aber genauso frei im Geiste: <\/strong>The Dorf, <strong>die Lieblings-(Big-)Band aus dem Ruhrgebiet um Mastermind <\/strong>Jan Klare, <strong>geht weiter ihre eigenen Wege und hat nach wie vor die Kraft, Ungew\u00f6hnliches und Unerh\u00f6rtes aufs Parkett zu bringen. Anfang April lud die Gruppe nach M\u00fcnster ins Pumpenhaus. Das Motto <em>DorfDisco<\/em> sowie der Unter\u00adtitel <em>Schwitzh\u00fctte<\/em> lie\u00dfen erahnen, wohin die Reise gehen sollte. Und auch die Ank\u00fcndigung machte neugierig: \u201eBequeme Kleidung wird empfohlen. Es gibt eine Bar.\u201c Wer da nicht neugierig wird \u2026<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"693\" src=\"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120a-1024x693.jpg\" alt=\"Jan Klare\" class=\"wp-image-57\" srcset=\"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120a-1024x693.jpg 1024w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120a-300x203.jpg 300w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120a-768x520.jpg 768w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120a-1536x1040.jpg 1536w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120a.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Frank Schennmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>An zwei Abenden bietet das Dorf-En\u00adsemble eine wilde Mischung aus Disco, Animation und musikalischer Performan\u00adce. Es gibt keine Bestuhlung und keine B\u00fchne, die Band sitzt auf zwei Inseln mit\u00adten im Raum. Nebel senkt sich herab und umgarnt die fette Discoku\u00adgel. Der Beat treibt die Tanzenden voran, sie h\u00fcpfen und schweben durch den Raum. Dabei werden sie von Marie-Lena Kaiser und Hayeon Song unterst\u00fctzt, die wie zwei sehr subtile Enzyme funktionieren, die in dem gesamten Strom der Tanzen\u00adden kleine aber sp\u00fcrbare Impulse geben, sagt Jan Klare.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Resonanz war wesentlich besser als erwartet. 150 Besucher:innen pro Abend, die meisten zwar \u00dc30, aber im\u00admer noch j\u00fcnger als bei klassischen Jazz-Konzerten. Vorher hatte es noch Beden\u00adken gegeben, da M\u00fcnster nicht wirklich zum Einzugsgebiet von The Dorf geh\u00f6rt. Die\u00adse wurden schnell beiseite geschoben. \u201eEinen derart intensiven Aus\u00adtausch mit dem Publikum hat es vorher noch nicht gegeben\u201c, schw\u00e4rmt Klare hinterher, das Ganze sei \u201esehr begl\u00fcckend\u201c gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorbilder f\u00fcr die <em>DorfDisco<\/em> gibt es nicht wirklich \u2013 weder Merry Pranksters noch die Warhol-Factory. Ausdruckstanz in Batikklamotten war auch nicht vorgesehen. Letztlich sollte es \u201eeine Zusam\u00admenkunft verschiedener K\u00fcnste sein, bei der etwas v\u00f6llig Neues entsteht\u201c, sagt Klare. Das Ganze sei nur zum Teil geplant gewesen und letztlich durch die spontanen Erlebnisse und Interaktionen mit dem Publikum gepr\u00e4gt worden. \u201eDie Livemusik ist f\u00fcr diese Situation speziell entwickelt \u2013 sehr rhythmisch, trancig, dann weich und \u00fcberraschend \u2013 auch ein paar \u201ealte Bekannte\u201c tauchen auf. Zwei T\u00e4nzerinnen sind im Raum anwesend, ansprechbar und sich mitbewegend. Die Musik bewegt das Herz \u2013 der K\u00f6rper folgt\u201c, hei\u00dft es auf der Home\u00adpage, und manch einer hatte einen Flash\u00adback in eine Zeit, in der man sich ge\u00admeinsam verabredet hat, um Musik zu h\u00f6ren, Drogen zu nehmen und etwas im besten Sinn Spirituelles zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Dorf-Konzerte im Dortmun\u00adder domicil l\u00e4sst sich die <em>DorfDisco<\/em> leider nicht \u00fcbertragen. \u201eAllein der Aufbau der Band ist zu komplex\u201c, sagt Klare. Bei der <em>DorfDisco<\/em> kann er wie ein MC oder DJ agieren und die in zwei Gruppen aufgeteilte Band zum Beispiel ein- und ausfaden. Das lasse sich in einem Jazzclub, dessen Programm t\u00e4glich wechselt, kaum realisieren, da allein der B\u00fchnen\u00adaufbau, das Monitoring oder die Instal\u00adla\u00adtion der Technik einen kompletten Tag ben\u00f6tigten. \u201eVielleicht k\u00f6nnen wir ja den einen oder anderen Festivalmacher da\u00advon \u00fcberzeugen, die <em>DorfDisco<\/em> einzuladen\u201c, sagt Klare. Moers etwa oder die Zappanale, wo The Dorf im Juli mal wie\u00adder als Big Band auftritt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Trip geht weiter<\/h4>\n\n\n\n<p>Bis dahin geht der Trip in der ge\u00adwohn\u00adten Umgebung weiter. Seit fast zwei Jahrzehnten bespielt The Dorf das Ruhr\u00adgebiet und dessen Umland. Fixpunkt ist immer noch das domicil in der Dortmun\u00adder City, wo die Band seit ihrer Gr\u00fcn\u00addung jeden dritten Donnerstag im Mo\u00adnat auftritt \u2013 meist umsonst, es sei denn, es haben sich prominente G\u00e4ste angesagt: F. M. Einheit etwa, der ehemalige Schlagwerker der Einst\u00fcrzenden Neu\u00adbauten. Vor vielen Jahren schaute er ge\u00admeinsam mit Caspar Br\u00f6tzmann vorbei, um mit der Gruppe zu spielen. Nachzu\u00adh\u00f6ren ist das auf der vorz\u00fcglichen LP <em>Evyl.<\/em> Dass Einheit aus Bochum stammt, d\u00fcrfte nicht allen bekannt sein, machte die Sache aber umso runder. Und schlie\u00df\u00adlich brachte Phill Niblock The Dorf sogar dazu, seine minimalistische Komposi\u00adti\u00adon Baobab live aufzuf\u00fchren. Auch das zeigt, wie variabel die Band agiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei The Dorf geht es seit jeher da\u00adrum, die K\u00fcnste zusammenzubringen, die durch gesellschaftliche und vor allem kommerzielle Entwicklungen ebenso k\u00fcnstlich getrennt wurden. Einfl\u00fcsse aus Jazz, Noise, Elektronik, Krautrock, Punk und Minimal Music verbinden sich mit Film, Kunst und Performance zu ei\u00adnem Mix, der seinesgleichen sucht, nicht nach Grenzen fragt und bestehende niederrei\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch zwei Jahrzehnte sind f\u00fcr eine Band, die als Kollektiv funktioniert, auch eine sehr lange Zeitspanne. Man k\u00f6nnte The Dorf deshalb auch als Dinosaurier beschreiben, die es zudem nicht wirklich schaffen, als tourende Band die Welt oder zumindest die Nachbarschaft zu bereisen. Dass dem Ensemble aber das Schicksal der Dinos ereilt, ist allerdings nicht zu bef\u00fcrchten. \u201eEine Band muss nicht nur mit Geld, sondern auch mit k\u00fcnstlerischen Anreizen und Ideen ge\u00adf\u00fcttert werden, damit sie weiterlebt\u201c, erkl\u00e4rt Klare. Und auch die Veranstalter br\u00e4uchten immer neue Anreize, um The Dorf einzuladen. Einen Status wie das Sun Ra Arkestra oder die Duke Ellington Big Band erreichen halt nur wenige.<\/p>\n\n\n\n<p>Klare hat deshalb auch vor, noch ge\u00adzielter und intensiver an und mit den Kompositionen zu arbeiten. \u201eOft sind wir zu viele Leute, um gezielt zu agieren und so eine gr\u00f6\u00dfere Verbindlichkeit aufzubauen.\u201c Eine Verkleinerung der Gruppe k\u00f6nnte dabei helfen, w\u00fcrde aber den Charakter von The Dorf etwas konterkarieren. \u201eIch will schon, dass die Gruppe weiter offen bleibt f\u00fcr Leute, die nur unregelm\u00e4\u00dfig reinschauen; dennoch w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, einen Kern zu haben, der intensiver miteinander musiziert\u201c, sagt Klare. Ein Dilemma, das sich vermutlich nicht aufl\u00f6sen l\u00e4sst. Immerhin sind zuletzt sind drei neue Mu\u00adsiker:innen um die 30 dazu gekommen, was auch auch dazu f\u00fchrt, dass der Al\u00adtersschnitt sinkt. Das war lange nicht mehr der Fall. Auch der Anteil an Musi\u00adkerinnen konnte weiter gesteigert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass es im Laufe der Zeit zu Ver\u00e4n\u00adde\u00adrungen kommt, ist trotzdem unvermeidlich. Im vergangenen Jahr ist Schlag\u00adzeu\u00adger Simon Camatta ausgestiegen, Anton Zimmermann hat seinen Platz eingenom\u00admen. Von den Gr\u00fcndungsmitgliedern sind unter anderem Elektroniker Achim Zepezauer und Saxofonist Florian Wal\u00adter weiter dabei. Letzterer lebt zwar mittlerweile in Z\u00fcrich, schafft es aber im\u00admer wieder back to the roots.<\/p>\n\n\n\n<p>Und keine Angst, es klingt, trotz einiger personeller Umbesetzungen, immer noch nach The Dorf. Das h\u00f6rt man auch auf der j\u00fcngsten Aufnahme <em>GLAM,<\/em> f\u00fcr welche die Formation neuere St\u00fccke <em>(ANC, Odds <\/em>und <em>Glimlach)<\/em> und ein neu arrangiertes altes St\u00fcck live aufgenommen hat, das den Namen <em>NOMEN<\/em> tr\u00e4gt. Der Sound ist perfekt abgemischt, und das Ganze wirkt laut Klare \u201enoch intensiver, teilweise bombastischer, aber eben auch kleinteiliger\u201c als fr\u00fcher.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Platte ist auf dem eigenen Label Umland Records erschienen, das vor ziemlich genau zehn Jahren auf einer Reise durch \u00d6sterreich gegr\u00fcndet wur\u00adde. Mittlerweile betreiben Walter und Klare das Label zu zweit. \u201eFlo, Simon (Camatta) und ich sa\u00dfen damals im Bus, irgendwo zwischen Diersbach und Ul\u00adrichsberg\u201c, erinnert sich Klare \u2013 und w\u00e4hrend die ober\u00f6sterreichische Land\u00adschaft langsam drau\u00dfen vorbeihuschte, sei ihnen die Idee gekommen, die eigene Musik selber zu produzieren und zu vermarkten.<\/p>\n\n\n\n<p>Anlass f\u00fcr die Reise war das zehnj\u00e4hrige Jubil\u00e4um von freiStil. Die Redak\u00adtion durfte sich f\u00fcr das Ulrichsberger Kaleidophon 2015 ein Geburtstags\u00adkon\u00adzert w\u00fcnschen, die Wahl fiel auf The Dorf \u2013 wof\u00fcr die Kaleidophon-B\u00fchne ex\u00adtra erweitert wurde, um allen Mitwir\u00adken\u00adden Platz zu bieten. Weitere Stationen der Tour waren das Porgy &amp; Bess in Wien und Paul Zauners Scheune in Diersbach. Nachzuh\u00f6ren ist das ganze auf der MC <em>Made in \u00d6sterreich,<\/em> der ersten Ver\u00f6ffentlichung auf Umland. Da diese vergriffen ist, steht auf Bandcamp ein Download bereit.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Umland erscheinen j\u00e4hrlich bis zu einem Dutzend neuer Platten, von The Dorf selbst, aber auch von so ge\u00adnannten Splittergruppen aus dem Dorf-Umfeld. Der neue Schlagzeuger Anton Zimmermann hat eine Platte aufgenommen, die im Herbst bei Umland ver\u00f6ffentlicht wird. Sie geht eher in Richtung Post-Industrial mit Jazz-Einfl\u00fcssen und zeigt auch die Bandbreite der Gruppe und ihrer Mitglieder. Vor kurzem er\u00adschien auch <em>Count<\/em> von Kind, einem Sextett um Jan Klare. Weitere werden folgen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"660\" src=\"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120b-1024x660.jpg\" alt=\"The Dorf\" class=\"wp-image-58\" srcset=\"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120b-1024x660.jpg 1024w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120b-300x193.jpg 300w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120b-768x495.jpg 768w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120b-1536x990.jpg 1536w, https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/klare_120b.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Karl F. Degenhardt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das Ende der Kohle?<\/h4>\n\n\n\n<p>Wie viele andere Gruppen und Pro\u00adjekte m\u00fcssen sich auch The Dorf und Umland Records auf die Flaute in der Kulturf\u00f6rderung einstellen. Aktuell steht die \u00f6ffentliche Ensemble-F\u00f6rderung auf der Kippe. \u201eDie F\u00f6rdergelder f\u00fcr das laufende und kommende Jahr werden derzeit nicht mehr ausgeschrieben\u201c, sagt Klare, das hei\u00dft: Die Gruppe kann derzeit zumindest nicht fest mit \u00f6ffentlichen Geldern planen. Die Auswirkun\u00adgen w\u00e4ren fatal, vor allem f\u00fcr zahlreiche freie Angebote in der Theater- und Mu\u00adsik\u00adszene. The Dorf nutzt die Mittel etwa f\u00fcr multimediale oder Crossover-Pro\u00adjek\u00adte. Vor einigen Jahren wurde so der Ani\u00admationsfilm <em>Das Ende der Kohle<\/em> von Achim Zepezauer finanziert. Die Band lieferte die Begleitmusik, und gemeinsam f\u00fchrte man Film und Musik mehrfach live auf, anschlie\u00dfend erschien auch eine DVD. Auch die <em>DorfDisco<\/em> hat von der F\u00f6rderung profitiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell hat Jan Klare jedenfalls das Gef\u00fchl, dass gerade in der freien Szene viele abwarten, wie es in der Kultur auch finanziell weitergeht. \u201eKommt der gro\u00ad\u00dfe Paukenschlag, oder kommt er nicht?!\u201c Das kann man selbstverst\u00e4ndlich auch auf die Politik und \u00d6konomie im All\u00adge\u00admeinen \u00fcbertragen, global wie lokal. Auch wenn Klare in dem Zusammen\u00adhang nicht von der \u201egro\u00dfen Depression in der Kultur\u201c sprechen will, w\u00fcrden die Herausforderungen, gro\u00dfe Projekte zu realisieren, immer gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das bekommen auch Gruppen wie das Bonner Fringe Ensemble zu sp\u00fcren, dessen Existenz, inklusive eigenem Theater, massiv gef\u00e4hrdet ist. Das Ensemble wurde vor einem Viertel\u00adjahr\u00adhundert gegr\u00fcndet und ist national wie international an zahlreichen multimedialen Projekten beteiligt, das trifft auch auf Musiker:innen von The Dorf zu. Jan Klare und Achim Zepe\u00adzauer waren Teil des Crossover-Projekts <em>Garten des Wi\u00adderstands,<\/em> das in Zusam\u00admenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn entstand. Das mehrteilige Projekt ist ein multimediales k\u00fcnstlerisches Biotop, das von den Schrif\u00adten des Landschafts\u00adarchi\u00adtekten und Phi\u00adlosophen Gilles Cl\u00e9ment inspiriert wur\u00adde. Im Zentrum stand sein Aufruf, sich dem \u201eDiktat der Effizienz\u201c zu widersetzen. Sein Rat lautet stattdessen: \u201eInne\u00adhalten. Beobachten. Verstehen. Tr\u00e4u\u00admen. Dann gestalten\u201c. Welch ein Anta\u00adgonismus zu dem, was in der verwalteten Welt unter Kultur und dessen \u201eF\u00f6r\u00adderung\u201c verstanden wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem hei\u00dft es weitermachen: In Moers, wo The Dorf im Jahr 2011 den ersten richtig gro\u00dfen Auftritt hatte und anschlie\u00dfend noch dreimal wiederkommen durfte, ist man in diesem Jahr nicht dabei, Jan Klare kuratiert aber die \u201eMor\u00adning Sessions\u201c und wird einige Male auch selbst auf der B\u00fchne stehen. Und nat\u00fcrlich wird es im Herbst ein \u201eThe Dorf und Umland-Festival\u201c geben. Seit letztem Jahr gibt es ein neues Format: Fr\u00fcher standen oft zwei kleine Forma\u00adti\u00adonen (Splitterbands aus dem Dorf-Kos\u00admos) und als H\u00f6hepunkt am Abend ein Konzert von The Dorf auf dem Pro\u00adgramm. \u2013 auf drei St\u00e4dte an drei Tagen im Ruhr\u00adgebiet verteilt. Nun gibt es an zwei Aben\u00adden im November im domicil ein Dorf-Konzert und jeweils am Nachmittag da\u00advor \u201eInterventionen\u201c im \u00f6ffentlichen Raum, die sich auf die gesamte Stadt Dortmund verteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und vielleicht sorgen die Interventi\u00ado\u00adnen auch daf\u00fcr, dass Leute, die sich in dem eingerichtet haben, was man am als Anh\u00e4ngsel der Kulturindustrie be\u00adzeichnen kann, auf The Dorf und andere freie K\u00fcnstler:innen aufmerksam werden. Die Geschichte von The Dorf und seinem Umland ist jedenfalls noch l\u00e4ngst nicht zu Ende erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Holger Pauler<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/thedorf.net\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">thedorf.net<\/a><br><a href=\"http:\/\/thedorf.bandcamp.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">thedorf.bandcamp.com<\/a><br><a href=\"http:\/\/umlandrecords.bandcamp.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">umlandrecords.bandcamp.com<\/a><br><a href=\"http:\/\/janklare.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">janklare.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auswahldiskografie:<\/strong><br>The Dorf, <em>GLAM<\/em> (Umland, 2025)<br>Kind, <em>Count<\/em> (Umland, 2025)<br>3000, <em>Unrepeatable<\/em> (Umland, 2024)<br>The Dorf, <em>Baobab\/Echoes<\/em> (Umland, 2020)<br>The Dorf feat. F.M. Einheit &amp; Caspar Br\u00f6tzmann, <em>Evyl<\/em> (The Korn, 2015)<br>The Dorf, <em>Made in \u00d6sterreich<\/em> (Umland, 2015), MC vergriffen,<br>Download \u00fcber <a href=\"http:\/\/thedorf.bandcamp.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">thedorf.bandcamp.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><p><strong><span style=\"color: #9a3625;\">THE DORF<\/span><\/strong><\/p>\n<p><em>glam<\/em> (LP\/CD)<br>Umland \/ Boomslang<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"cover_cd_120_the dorf\" src=\"https:\/\/freistil.klingt.org\/blog\/wp-content\/uploads\/elementor\/thumbs\/cover_cd_120_the-dorf-r8lsjv912b1pku3fu91xplq56d657w82z260qohm0s.jpg\" alt=\"THE DORF \u2013 glam\"><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sicherheitshalber nimmt die Dorf-Ka\u00adpelle gleich von Beginn an (Odds) den n\u00f6tigen Schwung auf, um die swingende Community warm zu spielen. Wir h\u00f6\u00adren einen Livemitschnitt, in dem vier Posau\u00adnen f\u00fcr einen entsprechend fetten Sound sorgen, zwei Drummer (damals noch mit Simon Camatta) von hinten or\u00addentlich an\u00adtauchen, und zwei Vokalis\u00adtin\u00adnen (Marie Daniels und die fabelhafte Oona Kastner, die in dieser Gazette schon mit Hymen bedacht wurde) das T\u00fcpferl unters I setzen. Das 24-k\u00f6pfige Ensem\u00adble aus NRW (Ruhrgebiet und Umland) wechselt im zweiten Track (ANC) ins mittlere Tempo. Das l\u00e4sst Platz f\u00fcr kollektive und individuelle Freir\u00e4ume und b\u00e4umt sich gegen Ende hin m\u00e4chtig auf. Glimlach startet ex\u00adperimentierlustig, be\u00advor der Gesamt\u00adsound gem\u00e4chlich aber unwiderstehlich dorthin abzuheben be\u00adginnt, wo Jan Klare, der alle vier St\u00fccke komponierte, sein \u201eAir Move\u00adment\u201c ge\u00adnanntes Dirigat steuert. Und das finale Nomen ist Omen f\u00fcr die Neu\u00adein\u00adspielung eines fr\u00fchen Dorf-St\u00fccks. Eine ungew\u00f6hn\u00adlich ruhige, sch\u00f6n dunkle, den famosen Stimmen vorbehaltene Stim\u00admung klingt aus wie ein Hauch. Glamou\u00adr\u00f6s!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>(felix)<\/em><\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Jahr j\u00fcnger als freiStil, aber genauso frei im Geiste: The Dorf, die Lieblings-(Big-)Band aus dem Ruhrgebiet um Mastermind Jan Klare, geht weiter ihre eigenen Wege und hat nach wie vor die Kraft, Ungew\u00f6hnliches und Unerh\u00f6rtes aufs Parkett zu bringen. Anfang April lud die Gruppe nach M\u00fcnster ins Pumpenhaus. 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