F13


13 Jahre freiStil

Endlich Teenager! Am heutigen Tag jährt sich die Existenz dieser Illustrierten avancierter Musiken zum dreizehnten Mal. Das ist fesch und übersteigt unsere kühnsten Erwartungen der Gründungszeit. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, in welcher Form auch immer, den Schreibenden und Fotografierenden, den Abonnentinnen, Förderabonnentinnen, Leserinnen, Sympathisantinnen, Kritikerinnen, Multiplikatorinnen, Inserentinnen, Unterstützerinnen! Passend zu unserer Weltanschauung steht das Kürzel F13 symbolisch für Freitag, den 13., einen weltweiten Aktions- und Feiertag für Obdachlose und Menschen, die Diskriminierungen ausgesetzt sind.

Was kann Musikjournalismus in Zeiten der Cholera leisten und was nicht, wozu und für wen ist er nützlich, wem kann er schaden?, fragten wir vor einem Jahr an dieser Stelle. Wenigstens ein konkretes Resultat unserer Leistungsfähigkeit ist der Wurf von Sound ins Getriebe in Form der vierten plus fünften, wieder auf chmafu nocords veröffentlichten DAMN! freiStil-Samplerinnen, einer Doppel-CD mit Tracks von nicht weniger als 14, zuvor in dieser Gazette porträtierter Künstlerinnen, nachnamentlich Anker, Draksler, Ernst, Falb, Giesriegl, Gottschalk, Högberg, Homburger, Hug, Hvizdalek, Kakaliagou, La Berge, Lee und Rettenwander. Poesie für die Ohren.

Andere Gründe, zu feiern, sind an wenigen Fingern einer Hand abzuzählen: Im ganzen Land und um es herum rast die politische Geisterbahn dem Comeback von Ständestaat und faschistischen Zuständen entgegen, solidarische, emanzipatorische Tendenzen sind mit freiem Auge kaum zu erkennen, Bedürftige jeder Herkunft kommen dem Abgrund einen Schritt näher, die Weichen in Richtung Hartz IV, zumal mit völkischer Ausrichtung, sind gestellt, Streichungen sozialer Absicherung, zusätzlich verschärft für Migrantinnen, haben schon begonnen. Geht's der Regierung gut, geht's der Wirtschaft gut. Das Bündnis von Rechtskonsverativen und Rechtsextremen sorgt dafür. Die großartige Matana Roberts brachte es beim Taktlos-Festival in Zürich auf den Punkt: "Don't forget to protest!"

Wien, am 1. Mai 2018