MATTHIAS MUCHE
trombone alone
col legno

Die Posaune ohne unnütze Posen verwirklicht Matthias Muche seit Jahren in diversen Ensembles, bisweilen auch, wie hier auf der brandneuen CD auf Hat Hut Records, solo. Ganz auf sich allein gestellt, versammelt er eine kaum überschaubare Unzahl an Spieltechniken und akustischen Nuancen, ohne jemals seiner Virtuosität ihrem Selbstzweck zu überlassen. Das ist viel in Zeiten der angesagten Aufdringlichkeit von egozentrischem Mttelmaß. Dem widerspricht Muche mit Lust am Risiko und dem damit verbundenen über sich Hinauswachsen. Unter den knapp gehaltenen Titeln Beller, Gletter, Quater, Butter und Glocken subsumiert der Kölner Posaunenkünstler einen mehrdimensionalen Kosmos an Klangmöglichkeiten, die auch geübte Hörer:innen davor nicht für möglich hielten. Nur ein Instrument und so viele Welten! Arbeit, Eleganz und Utopismus mögen den Charakter dieses Alleingangs vage umreißen. Fix ist: Trombone alone gehört gehört.
MATTHIAS MUCHE BONECRUSHER
densities
Hat Hut
Adrian Prost, Carlotta Armbruster, Daniel Riegler, Jeb Bishop, Maria Trautmann, Matthias Muche, Matthias Müller, Matthias Schuller, Maximilian Wehner, Moritz Anthes, Moritz Wesp, Till Künkler (tb), Etienne Nillesen (perc)

Das Hauchen und volles Rohr, das Komplexe und das Geradlinige, der Atem und der Raum finden im Knochenbrecher ihre üppige Entfaltung. Zwölf Posaunen und eine Perkussion kulminieren in Expeditionen von bislang nicht erforschten Dimensionen. Welten tun sich auf, mit deren Existenz höchstens in den Hirnen von Utopist:innen spekuliert wurde. Auf Densities zu hören sind zwei Kompositionen von Bigband-Gründer Matthias Muche (Butter – BC, Quater – BC), eine von Matthias Müller (Up & Down), eine vom unvergessenen Johannes Bauer (Brass Breath Brisk), arrangiert von Muche, Müller und Jeb Bishop, die auch im Trio ihre Musik auf posaunistische Höhenflüge katapultieren, zuletzt live erlebt beim letztjährigen Ulrichsberger Kaleidophon.Beide Platten wurden im April im Rahmen von Muches mehr als einmonatiger Residency in den Wiener Westbahnstudios live interpretiert. Sie zeugten überzeugend von der Fantasiefähigkeit, von der Soundvielfalt, von der virtuosen Nonchalance und auch vom spiellustigen Witz des supersympathischen Posaunisten. Ein Muss für Menschen mit offenen Ohren.
felix